[aaus-list] Conf.: Ukr. Nation-Building, Vienna 1.-3.10.09

Andreas Umland andreumland at yahoo.com
Sat Sep 12 17:39:36 EDT 2009


Internationale Konferenz: Prozesse ukrainischer Nationsbildung, 1.-3.
Oktober 2009 im Hörsaal des Instituts für Osteuropäische Geschichte
der Universität Wien

Die Ukraine ist seit 1991 ein unabhängiger Staat, doch spielt das
nach Russland flächenmäßig größte Land Europas im Bewusstsein der
Öffentlichkeit noch immer eine Schattenrolle. Das liegt zum Teil an
den Diskontinuitäten und der Verspätung der ukrainischen
Nationswerdung.

Prozesse ukrainischer Nationsbildung ist eine von Andreas Kappeler
geleitete internationale wissenschaftliche Tagung, die vom 1. bis 3.
Oktober am Institut für Osteuropäische Geschichte stattfindet. 34
ForscherInnen aus den Fächern Geschichte, Literatur-, Sprach- und
Politikwissenschaft aus der Ukraine, Russland, den USA, Kanada,
Deutschland und Österreich gehen der Frage nach, wann, wo und unter
welchen Bedingungen im 19. und 20. Jahrhundert eine ukrainische
Nation konstruiert wurde. Welchen Anteil hatten die Faktoren Sprache,
Literatur, Geschichte, Religion und Territorium? Wie interagierte
die  ukrainische Nationsbildung mit der russischen, polnischen und
jüdischen? Welche Rolle spielten die Ukrainer Galiziens und der
Bukowina? Welche Bedeutung hatten die beiden Weltkriege, die
Sowjetherrschaft und die Erlangung der Unabhängigkeit? Wie gefestigt
ist die ukrainische Nation heute?

Die von der Fritz Thyssen Stiftung geförderte Tagung zieht eine
Bilanz der Forschung und zeigt neue Perspektiven auf. Sie steht im
Rahmen  eines Ukraine-Schwerpunkts an der Universität Wien, zu dem
u.a. das  vom FWF geförderte Doktoratskolleg "Das österreichische
Galizien und  sein multikulturelles Erbe" zu rechnen ist.

Programm

Donnerstag, 1. 10.,
9.30 – 13.00 Uhr Eröffnung
Block 1: Historiographie und Theorie
- "Die gegenwärtige Situation der ukrainischen Historiographie" 1991
und 2009: Orest Subtelny (Toronto)
- Die ukrainische Nationsbildung in der ukrainischen Historiographie:
Andrij Portnov (Kiev)
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
- Multinationale Imperien als Herausforderung der
Nationalismusforschung. Das Beispiel der Ukraine: Philipp Ther
(Florenz)
- Ukrainische Nation und Transnationalität: Veronika Wendland
(Leipzig)
- Frühneuzeitliche Nationsbildung: Frank Sysyn (Edmonton)

Donnerstag, 1. 10.,  14.00 – 18.00 Uhr
Block 2: Nationsbildende Faktoren
- Memory and Nation: Jaroslav Hrycak (Lemberg)
- Sprache und Nation: Michael Moser (Wien)
- Nation und Sprache seit 1991: Juliane Besters-Dilger (Freiburg
i.Br.)
15.30 – 16.00 Uhr Kaffeepause
- Literatur und Nation: Mazepa in der ukrainischen Publizistik - ein
Beitrag zum Identitätsdiskurs: Alois Woldan (Wien)
- Nicht-ukrainischsprachige ukrainische Literatur vom 19. bis 21.
Jahrhundert:  Stefan Simonek (Wien)
- Religion und Nation: Ricarda Vulpius (Berlin/München)
- "Little Russian  Operetta": Musical Theatre as a Factor of the 19th-
Century Ukrainian Nation- building"? Ostap Sereda (Lemberg)

Freitag, 2.10.,  9.30 – 13.00 Uhr
Block 3: Wechselwirkungen mit der Formierung anderer Nationen
- Ukrainische und russische Nation: Andreas Kappeler (Wien)
- Ukrainische und polnische Nation: Christoph Augustynowicz (Wien)
- Ukrainische Nation und Imperium: Aleksei Miller (Moskau/Budapest)
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
- Ukrainische Nation und Judentum 1 (Galizien): Svjatoslav Pacholkiv
(Lemberg/St. Pölten)
- Ukrainische Nation und Judentum 2 (Russland): Alexis Hofmeister
(Köln)
- Die ukrainische Nation und ihr Territorium: Guido Hausmann
(Freiburg i.Br./Dublin)

Freitag, 2.10.,  14.30 – 18.00 Uhr
Block 4: Regionale Varianten
- Eine ruthenische Nation im österreichischen Galizien? Vasyl Rasevyc
(Lemberg)
- Stadt und Nation im österreichischen Galizien: Harald Binder
(Wien/Lemberg)
15.30 – 16.00 Uhr Kaffeepause
- Ukrainische Nationsbildung in der Bukowina: Kurt Scharr (Innsbruck)
- Eine rusynische Nation? Paul Robert Magocsi (Toronto)
- Ukrainische Nationsbildung und Regionalismus im 19. Jahrhundert:
Von der Sloboda-Ukraine zu Kleinrussland: Volodymyr Maslijcuk
(Charkiv)

Samstag,  3.10.,  9.30 – 13.00 Uhr
Block 5: Nationsbildung im 20. Jahrhundert
- Bauern und Nation:  Kai Struve (Halle)
- Ukrainische Nationsbildung im Ersten Weltkrieg: Mark von Hagen
(Tempe, Arizona)
- Revolution und Nation-building. Die UNR: Rudolf A. Mark (Hamburg)
11.00 – 11.30 Uhr Kaffeepause
- OUN und UPA als Nation builder: Frank Golczewski (Hamburg)
- Ukrainische Nation und "Großer Vaterländischer Krieg": Tanja Penter
(Bochum)
- Ukrainische Nation und Sowjetvolk: Kathrin Boeckh
(Regensburg/München)

Samstag,  3.10.,  14.00 – 18.00
Uhr Block 6: Nationsbildung seit 1991
- Nation und Demokratie seit 1991: Gerhard Simon (Köln)
- Ukrainische Nationsbildung aus russischer Sicht seit 1991: Martin
Malek (Wien)
- Kollektive Erinnerung und Nationsbildung seit 1991: Winfried Jilge
(Wien)
- Erinnerungspolitik und politische Konflikte in der Ukraine auf
regionaler Ebene  (am Beispiel Charkiv): Tetjana Žurženko
(Wien/Charkiv)
15.30 – 16.00 Uhr Kaffeepause
Schlussvortrag:
- Ukrainian Nation-building after 18 years of independence:  Mykola
Rjabcuk (Kiev) Schlussdiskussion

Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien
Universitätscampus
A-1090 Wien, Spitalgasse 2/ Hof 3
Tel.: ++43/1/4277 - Kl. 41101, 41104, 41116
Fax: ++43/1/4277 - 9411
osteuropa-geschichte at univie.ac.at





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